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| Jetzt reden wir Tacheles |
12.09.2008 |
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Alle Jahre wieder: Für manchen Chef ist es ein Graus, für die Mitarbeiter aber ebenso – das alljährliche Mitarbeitergespräch. Im besten Fall geht der Mitarbeiter mit Elan und neuer Motivation aus diesem Gespräch hervor. Natürlich kann es auch ganz anders kommen.
Jedes Jahr wenn der Chef zum Gespräch bittet, ist Petra M. ganz aufgeregt. Dabei besteht dazu überhaupt kein Grund. „Einige Beschäftigte gehen mit viel zu großen Erwartungen in das Gespräch“, erklärt Norbert Wrede vom gleichnamigen Institut. Grundsätzlich seien Mitarbeitergespräche sehr effektive Instrumente, um zum Beispiel eine größere Zufriedenheit am Arbeitsplatz zu erzielen. Und natürlich sollten sie dazu dienen, eventuelle Streitpunkte aus dem Weg zu räumen.
Nur leider laufen Mitarbeitergespräche sehr standardisiert ab, erzählt Petra M, die ihren Namen nicht so gern nennen möchte, weil sie in einem großen Industrieunternehmen in Köln arbeitet und Sanktionen befürchtet. Trotzdem sind ihre Erwartungen immer wieder groß. Ihr Chef erhofft sich durch das Gespräch zufriedene und motivierte Arbeitnehmer und natürlich bessere wirtschaftliche Ergebnisse. Petra M. wiederum erwartet, dass sie sich mehr verwirklichen kann in ihrem Job und die Atmosphäre ein wenig besser wird. Doch meist gehe es ihrem Vorgesetzten nur um zu erreichende Ziele.
Dabei könnten Mitarbeitergespräche soviel bewirken, ist Norbert Wrede überzeugt. Dazu müssten diese aber häufiger stattfinden. Einmal im Jahr können vielleicht langfristige Ziele diskutiert werden, aber der Chef sollte immer ein offenes Ohr für sein Team haben. Das habe mit Wertschätzung zu tun. „Nur wer seine Mitarbeiter wirklich ernst nimmt, erntet auch den entsprechenden Erfolg“, erklärt Wrede, der für ein offenes Miteinander plädiert. Einmal im Monat könnte zum Beispiel eine Teambesprechung stattfinden. Im Anschluss hätte dann noch jeder die Möglichkeit, um ein Vier-Augen-Gespräch zu bitten. Am allerbesten sei es aber, wenn die Mitarbeiter merken, dass sie sich jederzeit ihrem Chef anvertrauen können.
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